Ein persönliches Budget erstellst du, indem du Nettoeinkommen und Ausgaben für einen festen Zeitraum planst, erreichbare Beträge für Rechnungen und Sparziele einteilst und den Plan mit den tatsächlichen Buchungen abgleichst. Für Menschen mit schwankendem Einkommen hilft ein zusätzlicher Wochenplan zu prüfen, ob das Geld rechtzeitig vor den Fälligkeiten verfügbar ist.
Ein Monatsbudget kann aufgehen, obwohl eine Rechnung vor dem nächsten Zahlungseingang fällig wird. Deshalb braucht es neben den Monatsbeträgen auch einen Überblick über konkrete Einnahme- und Zahlungstermine.
Was du für den Start brauchst
Sammle Kontoauszüge, Belege, Rechnungen, Einkommensnachweise und bekannte Zahlungstermine. Ein Blatt Papier oder eine vorhandene Tabellenkalkulation genügt. Lege eine Tabelle mit diesen Angaben an:
- Beschreibung der Einnahme oder Ausgabe
- Geplanter und tatsächlicher Betrag
- Häufigkeit sowie voraussichtlicher Zahlungseingang oder Fälligkeitstermin
- Differenz zwischen geplantem und tatsächlichem Betrag
Führe daneben eine datierte Wochenübersicht mit Anfangssaldo, Eingängen, Zahlungen und Endsaldo. Die Monatstabelle zeigt, wofür du Geld einplanst; die Wochenübersicht zeigt, wann es verfügbar sein muss.
So erstellst du dein Budget Schritt für Schritt
1. Lege Zeitraum und Ziel fest
Schreibe auf, welchen Monat du planst und wofür du dein Geld einteilen möchtest, etwa für laufende Verpflichtungen oder ein konkretes Sparziel. Verwende für geplante und tatsächliche Beträge denselben Zeitraum, damit der Vergleich aussagekräftig ist.
Muss das Geld mehrere Monate reichen, zum Beispiel während eines Semesters, behalte zusätzlich eine längerfristige Planung. Eine einzelne Monatstabelle zeigt nicht alle späteren Verpflichtungen.
2. Ermittle dein Nettoeinkommen
Trage regelmäßige Einnahmen nach Abzügen ein und führe schwankende Einnahmen getrennt auf. Für eine Schätzung kannst du frühere Zahlungseingänge heranziehen. Kennzeichne einen Durchschnitt als Prognose: Er ist kein Geld, das bereits eingegangen ist oder jeden Monat sicher verfügbar sein wird.
Notiere auch, wann du mit dem Geld rechnest. Der Zeitpunkt, an dem du eine Rechnung stellst, kann vom tatsächlichen Zahlungseingang abweichen. Wenn du studierst und finanzielle Unterstützung von Eltern oder Erziehungsberechtigten bekommst, erfasse Betrag, Häufigkeit und erwarteten Eingang wie bei jeder anderen Einnahme.
3. Erfasse Ausgaben und Fälligkeiten
Prüfe Kontoauszüge, Rechnungen und Belege. Nimm auch kleine alltägliche Käufe auf, die in einer Erinnerung an die größten Rechnungen leicht untergehen.
Ordne Ausgaben nach ihrer Bedeutung und zusätzlich nach ihrer Regelmäßigkeit: feste Verpflichtungen, notwendige variable Kosten und freiwillige Ausgaben. Diese Einteilungen beantworten unterschiedliche Fragen. Ein Abo kann regelmäßig und trotzdem verzichtbar sein; Lebensmittel sind notwendig, aber ihre Kosten können schwanken.
Plane auch jährliche oder halbjährliche Rechnungen ein. Teile einen Jahresbetrag durch zwölf, um eine monatliche Planungsrate zu erhalten, und notiere zugleich den tatsächlichen Betrag samt Fälligkeit. Die monatliche Rate bedeutet nicht, dass das Geld für eine bald fällige Rechnung schon angespart ist.
4. Teile nur tatsächlich verfügbares Geld ein
Plane zuerst feste Verpflichtungen und notwendige Ausgaben. Verteile danach erreichbare Beträge auf freiwillige Ausgaben, Sparziele und mögliche zusätzliche Tilgungen. Ziehe alle geplanten Beträge vom geschätzten Nettoeinkommen ab. Ist das Ergebnis negativ, ändere die Planung, bevor du sie als ausgeglichen behandelst.
Die 50/30/20-Regel ist eine mögliche Orientierung, keine Pflicht: Sie verteilt 50 Prozent auf Bedürfnisse, 30 Prozent auf freiwillige Ausgaben und 20 Prozent auf Sparen. Bei einem Nettoeinkommen von 2.000 € ergibt das 1.000 €, 600 € und 400 €. Wenn deine tatsächlichen Verpflichtungen diese Aufteilung nicht zulassen, passe die Beträge an. Du musst keinen bestimmten Sparanteil erreichen, um mit einem Budget anzufangen.
Andere Methoden ordnen dieselbe Planung unterschiedlich: Beim Nullsummenbudget bekommt jeder Euro einen Zweck, einschließlich des Sparens. Umschläge setzen Grenzen für einzelne Kategorien. Beim Ansatz „zuerst sparen“ wird ein Sparbetrag eingeplant, bevor das übrige Geld für freiwillige Ausgaben verteilt wird. Keine dieser Methoden ersetzt den Blick auf die Fälligkeitstermine.
Wenn die durchschnittliche Einnahme diesen Monat ausbleibt
Ein Beispiel von Financiar24 rechnet mit 1.800 € festem Monatsgehalt und variablen Einnahmen von 100 €, 200 €, 300 €, 200 €, 300 € und 100 € über sechs Monate. Der Durchschnitt der variablen Einnahmen beträgt 200 €, also ergibt sich eine monatliche Planungsgröße von 2.000 €. In einem Monat mit nur 100 € Zusatzeinnahmen kommen jedoch 1.900 € herein. Wer weiterhin 2.000 € verplant, muss die fehlenden 100 € aus bereits verfügbaren Mitteln decken oder die Einteilung um 100 € ändern. Das Rechenbeispiel ist keine Aussage über typische Einkommen oder Lebenshaltungskosten in Deutschland.
5. Prüfe den Geldfluss Woche für Woche
Trage für jede Woche den Anfangssaldo, erwartete Zahlungseingänge und fällige Zahlungen ein. Rechne: Anfangssaldo + Eingänge − Zahlungen = Endsaldo. Übernimm diesen Endsaldo als Anfangssaldo der nächsten Woche, damit du das Startguthaben nicht doppelt zählst.
Prüfe auch die Reihenfolge innerhalb der Woche. Wird eine Rechnung fällig, bevor eine erwartete Einnahme eingeht, muss der aktuelle Saldo für die Zahlung reichen. Halte Geld für bekannte Rechnungen und Sparziele in deiner Planung erkennbar, statt den gesamten Kontostand als frei verfügbares Geld zu betrachten.
Ein negativer Wochenendsaldo weist auf ein zeitliches oder rechnerisches Problem im Plan hin. Prüfe Beträge, Zahlungseingänge, Fälligkeiten und veränderbare Ausgaben, bevor du weitere Verpflichtungen eingehst.
6. Erfasse Ist-Beträge und überarbeite den nächsten Monat
Trage tatsächliche Buchungen während des Monats ein und vergleiche sie mindestens wöchentlich mit dem Plan. Beschrifte die Differenzformel: Bei tatsächlichen Ausgaben minus geplanten Ausgaben bedeutet ein positiver Wert, dass du mehr ausgegeben hast als vorgesehen.
Prüfe zum Monatsende, welche Schätzungen gepasst haben und welche Ausgaben sich verändert haben. Übernimm die tatsächlichen Ergebnisse in die nächste Planung und bewahre die aktualisierte Tabelle auf.
Häufige Fehler bei der Budgetplanung
- Einen Durchschnitt wie bereits eingegangenes Geld behandeln. Nutze ihn als Schätzung und plane mit den tatsächlichen Zahlungsterminen.
- Kleine oder seltene Ausgaben vergessen. Erfasse Alltagskäufe und notiere bei jährlichen Rechnungen sowohl die monatliche Planungsrate als auch den echten Fälligkeitstermin.
- Eine Prozentregel erzwingen. Wenn die Aufteilung nicht zu deinen Verpflichtungen passt, ändere sie, statt einen nicht finanzierbaren Sparbetrag einzuplanen.
- Nur auf den Monatssaldo schauen. Eine Rechnung kann fällig werden, bevor der nächste Zahlungseingang da ist. Prüfe deshalb auch die Wochen und Zahlungstermine.
- Nach einer Änderung die Gesamtsumme nicht neu prüfen. Kontrolliere erneut, ob die Einteilung zum verfügbaren Einkommen und zu den wöchentlichen Salden passt.
So erkennst du, dass dein Budget steht
Dein Plan ist angelegt, wenn die Tabelle diese Punkte abdeckt:
- Einnahmen sind netto erfasst und erwartete Beträge von bereits eingegangenen getrennt.
- Alltagsausgaben und seltene Rechnungen stehen mit ihren Fälligkeitsterminen im Plan.
- Die geplanten Beträge passen zu den verfügbaren Mitteln, und der Anfangssaldo wird nicht mehrfach gezählt.
- Du hast die Wochenstände geprüft und festgelegt, wann du tatsächliche Ausgaben einträgst.
Kurzüberblick
- Plane mit Nettoeinkommen, einem klaren Zeitraum und erreichbaren Beträgen.
- Erfasse Einnahmen, Ausgaben, Häufigkeiten und echte Zahlungstermine.
- Übertrage den Endsaldo jeder Woche in die nächste und prüfe, ob Rechnungen rechtzeitig gedeckt sind.
- Vergleiche Ist und Plan regelmäßig und verwende die Ergebnisse für den Folgemonat.