Für einen einzelnen Startbetrag berechnest du den Zinseszins in Excel mit =A1*(1+A2)^A3. A1 enthält das Anfangskapital, A2 den Zinssatz je Periode und A3 die Zahl der Perioden. Zinssatz und Periodenzahl müssen dieselbe Zeiteinheit verwenden.
Die Anleitung passt für alle, die einen einmaligen Betrag berechnen und das Ergebnis nachvollziehen möchten. Für regelmäßige Einzahlungen oder Entnahmen brauchst du zusätzlich ein passendes Zahlungsmodell oder einen eigenen Periodenplan.
Diese drei Angaben brauchst du
Lege vor der Berechnung den Startbetrag, den Zinssatz je Periode und die Anzahl dieser Perioden fest. Eine Periode kann zum Beispiel ein Jahr oder ein Monat sein. Ein jährlicher Zinssatz gehört zu einer jährlichen Periodenzahl; bei einer Monatsrechnung müssen beide Angaben monatlich sein.
Zinseszins in Excel Schritt für Schritt berechnen
1. Eingaben in Zellen eintragen
Trage den Startbetrag in A1, den Zinssatz je Periode in A2 und die Periodenzahl in A3 ein. Für eine jährliche Rechnung mit 1.000 €, 5 % Jahreszins und zwei Jahren lauten die Eingaben 1000, 5 % und 2. So stehen Betrag, Zinssatz und Laufzeit getrennt in der Tabelle.
2. Endwertformel eingeben
Gib in eine freie Ergebniszelle `=A1*(1+A2)^A3` ein. Die Formel multipliziert das Anfangskapital mit dem Periodenfaktor `1+A2`, potenziert mit der Zahl der Perioden. Für die genannten Eingaben beträgt der Endwert 1.102,50 €.
3. Bei Monatsperioden den Zinssatz passend umrechnen
Wenn 5 % ein nominaler Jahreszins ist, der monatlich umgerechnet wird, setze in A2 `5%/12` und bei zwei Jahren in A3 `24`. Für 1.000 € ergibt die Formel damit rund 1.104,94 €. Die Monatsrechnung verwendet 24 Monatsperioden statt zwei Jahresperioden.
Prüfe zuerst, ob der angegebene Jahreszins nominal oder effektiv ist. Bei einem effektiven Jahreszins von 5 % ist `5%/12` nicht der entsprechende Monatszins. Für eine gleichwertige monatliche Effektivrate verwendest du `(1+5%)^(1/12)-1`; über 24 Monate ergibt das für 1.000 € insgesamt 1.102,50 €. Die beiden Monatsrechnungen liefern unterschiedliche Ergebnisse, weil sie unterschiedliche Zinskonventionen abbilden.
4. Ergebnis mit einem Periodenplan prüfen
Erstelle Spalten für Periode, Anfangssaldo, Zinsbetrag und Endsaldo. Berechne den Zinsbetrag als Anfangssaldo mal Periodenzins und addiere ihn zum Anfangssaldo. Übernimm den Endsaldo als Anfangssaldo der nächsten Zeile. Bei 1.000 € und 5 % Jahreszins sind die ersten beiden Endsalden 1.050,00 € und 1.102,50 €.
5. Formelwert und letzten Endsaldo vergleichen
Prüfe, ob der letzte Endsaldo im Periodenplan mit dem Ergebnis der Potenzformel übereinstimmt. Bei zwei Jahren, 1.000 € Startkapital und 5 % Jahreszins müssen beide Wege 1.102,50 € ergeben. Weichen sie ab, kontrolliere zuerst den Zinssatz, die Anzahl der Perioden und die verwendete Zeiteinheit.
Regelmäßige Einzahlungen brauchen ein anderes Modell
Die Potenzformel berücksichtigt nur einen Startbetrag. Excels Funktion für den Endwert kann zusätzlich gleich hohe Zahlungen je Periode abbilden. Dabei ist auch wichtig, ob die Zahlung am Anfang oder am Ende jeder Periode erfolgt. Excel behandelt eingezahltes Geld als negativen Zahlungsstrom und erhaltenes Geld als positiven.
Ein Beispiel mit monatlich 100 €, 5 % Jahreszins, zehn Jahren und Einzahlungen am Monatsende ergibt rund 15.528 €. Die eingezahlte Summe beträgt 12.000 €; der Rest des Rechenwerts entfällt auf den Zuwachs unter diesen Annahmen. Das Ergebnis ist eine Modellrechnung, keine Aussage über die Rendite eines bestimmten Finanzprodukts.
Bei wechselnden Einzahlungen oder Entnahmen passt ein Modell mit gleichbleibender Zahlung nicht. Erfasse dann jede tatsächliche Zahlung in der jeweiligen Periodenzeile und berechne den Zins anhand des für diese Periode geltenden Saldos. Gebühren und Steuern sind in der einfachen Zinseszinsformel ebenfalls nicht enthalten.
Häufige Fehler bei der Excel-Formel vermeiden
- Jahreszins und Monatsanzahl nicht mischen: Entweder verwendest du Jahreszins und Jahre oder Monatszins und Monate.
- Einen effektiven Jahreszins nicht einfach durch 12 teilen. Berechne zunächst den dazugehörigen Periodenzins.
- Regelmäßige Zahlungen nicht stillschweigend in die Startsumme einrechnen. Die Grundformel bildet sie nicht ab.
- Ein Excel-Ergebnis nicht mit den Vertragsbedingungen eines Kontos oder Kredits gleichsetzen. Dafür sind unter anderem Zinssatzdefinition, Zahlungszeitpunkte und weitere Vertragsbedingungen maßgeblich.
So erkennst du, ob die Berechnung stimmt
Bei einem konstanten Zinssatz ohne Ein- oder Auszahlungen muss der letzte Endsaldo des Periodenplans dem Ergebnis der Formel entsprechen. Für die jährliche Beispielrechnung lauten die Zwischenschritte 1.000,00 €, 1.050,00 € und 1.102,50 €. Stimmen sie nicht überein, vergleiche in beiden Rechnungen Zinssatz, Periodenlänge und Periodenzahl.
Kurzüberblick
- Einmaliger Betrag: `=A1*(1+A2)^A3`.
- Monatliche Rechnung: Monatszins und Monatszahl einsetzen.
- Ergebnis prüfen: Endsaldo der letzten Periode mit dem Formelwert vergleichen.